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	<title>Evangelisches Frankfurt</title>
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	<description>Nachrichten und Debatten</description>
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		<title>Geplatzte Träume</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 22:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Lemhöfer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lebenslagen]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtkirche]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Bulgarien]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfseinrichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Osteuropa]]></category>
		<category><![CDATA[Weser5]]></category>

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		<description><![CDATA[Die große Zahl an Zuwanderern aus Osteuropa bringt Hilfseinrichtungen wie den Frankfurter Obdachlosen-Tagestreff Weser 5 an ihre Grenzen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die große Zahl an Zuwanderern aus Osteuropa bringt Hilfseinrichtungen wie den Frankfurter Obdachlosen-Tagestreff Weser 5 an ihre Grenzen.</strong></p>
<div id="attachment_18823" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/03-oes-Armenspeisung09.jpg"><img class="size-full wp-image-18823" alt="Die Frankfurter Einrichtungen für obdachlose Menschen – hier die Winterspeisung in der Weißfrauen Diakoniekirche im Bahnhofsviertel – spüren den Anstieg der Hilfesuchenden. Im Tagestreff Weißfrauen kommen bereits gut zwei Drittel der Besucher aus Bulgarien oder Rumänien. Die bestehenden Hilfseinrichtungen reichen längst nicht mehr aus. Foto: Rolf Oeser" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/03-oes-Armenspeisung09.jpg" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Die Frankfurter Einrichtungen für obdachlose Menschen – hier die Winterspeisung in der Weißfrauen Diakoniekirche im Bahnhofsviertel – spüren den Anstieg der Hilfesuchenden. Im Tagestreff Weißfrauen kommen bereits gut zwei Drittel der Besucher aus Bulgarien oder Rumänien. Die bestehenden Hilfseinrichtungen reichen längst nicht mehr aus. Foto: Rolf Oeser</p></div>
<p>Die bulgarische Stadt Razgrad hat 38 000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist vor allem für ihre jährliche Joghurt-Messe bekannt. Vor fünf Jahren ist ein Mann in Razgrad in einen Bus gestiegen und anderthalb Tage lang erst über Landstraßen und dann über Autobahnen gefahren. Verschlafen und zerknautscht kam er an einem frühen Märzmorgen in einer großen Stadt an, in der es viele Messen gibt, allerdings keine für Joghurt: in Frankfurt am Main, wo sich der Frühling wie Herbst anfühlen kann.</p>
<p>Ganz anders als in der Heimat des Mannes. Dort ist es leicht hügelig, ziemlich grün, im Sommer sengend heiß, im Winter klirrend kalt, Schmuddelwetter ist nahezu unbekannt: Die Donautiefebene im Norden Bulgariens, in der Razgrad liegt, gilt als landschaftlich idyllisch – und bettelarm.</p>
<p><span style="font-size: 13px;">Der Mann hat in fünf Jahren gut Deutsch gelernt, es hat ihm nichts genützt. Er, der in Razgrad als Koch in Restaurants gearbeitet hat, steht in Frankfurt jeden Mittag in einer Essensschlange und holt sich einen gut gefüllten Teller ab. Nur kurz hatte er mal Arbeit in einer Marmeladenfabrik im Odenwald. Nasko heißt der Mann, 53 Jahre ist er alt, seinen Nachnamen möchte er nicht nennen.</span></p>
<h3>Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Internet</h3>
<p>Der breitschultrige Familienvater, dessen zwei Kinder längst ihre eigenen Wege gehen zu Hause an der Donau, ist Stammgast im Obdachlosen-Tagestreff Weser 5. Müde Augen, verwaschene Jeansjacke, schwarze Baseballmütze, frisch rasiertes Kinn, Duschgelgeruch: Wer einen Stuhl neben seinen rückt, ahnt, dass die Einrichtung des Diakonischen Werks der Dreh- und Angelpunkt seines Frankfurter Lebens ist. „Hier kann ich essen, mich waschen, meine Mails checken“, sagt er.</p>
<p>Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Internet: Grundbedürfnisse des modernen Europäers. Nasko ist nicht nur Europäer, sondern Bürger der Europäischen Union. Genauso wie Rumänien ist sein südosteuropäisches Heimatland 2007 der EU beigetreten. Ein Staatsakt, der dafür gesorgt hat, dass sich der Arbeitsalltag von Renate Lutz grundlegend verändert hat. Lutz leitet das Weser 5 Diakoniezentrum und weiß nicht, wie sie Menschen wie Nasko helfen soll. Ob sie das überhaupt kann. Vieles spricht dafür, dass die Antwort lautet: Nein.</p>
<p>„Wir sind als Tagesanlaufstelle innerhalb des Diakoniezentrums für Menschen ohne festen Wohnsitz gedacht, die wir dabei begleiten, wieder Fuß zu fassen. Doch bei den Rumänen und Bulgaren fehlt uns die Rechtsgrundlage, um wirklich helfen zu können.“</p>
<h3>Siebzig bis achtzig Prozent kommen aus Osteuropa</h3>
<p>Siebzig bis achtzig Prozent der Besucher im Erdgeschossraum des Tagestreffs an der Weserstraße im Bahnhofsviertel seien mittlerweile Mittellose aus diesen Ländern, sagt Lutz. „Es findet auch eine Verdrängung statt. Viele unserer alten Stammbesucher bleiben weg. Wohnsitzlose sind häufig Einzelgänger, die Neuen treten aber meist in großen, lauten Gruppen auf.“ Renate Lutz glaubt, dass die Adresse Weserstraße 5 in rumänischen und bulgarischen Städten kursiert. In Sofia und Bukarest, Timisoara und Razgrad.</p>
<p>Nach dem Andrang um die Mittagszeit ist es eher ruhig in der Weserstraße. Fast alle Besucher sind Männer. Sie spielen konzentriert Schach oder warten ungeduldig auf einen freien Computer. Sie starren ins Leere oder unterhalten sich leise. Sie haben sich mit Schlafsäcken in den hinteren Teil des Raumes zurückgezogen oder halten lange einen Pappbecher mit Kaffee in der Hand. „Das, was wir hier machen können, ist eine reine Notversorgung“, sagt Renate Lutz. „Das hat mit unserer eigentlichen Arbeit nichts mehr zu tun. Aber was bleibt uns anderes übrig? Wir können die Leute doch nicht wegschicken.“</p>
<h3>Nasko will nicht reich sein. Bloß nicht mehr arm</h3>
<p>Menschen wie Nasko haben Träume, und ja, sie sind häufig unrealistisch. Und dabei so bescheiden, eigentlich. Nasko möchte in einer Küche arbeiten. Geld zur Seite legen. Zurückgehen, irgendwann. In Razgrad nicht mehr arm sein. Er will nicht reich sein. Bloß nicht mehr arm.</p>
<p>Ein Kaffeebecher kippt um, eine Mitarbeiterin eilt mit einem Lappen herbei. Es ist sauber hier, funktional und durchdacht – die Rückzugsmöglichkeiten sind zahlreich. Nicht nur Hilfseinrichtungen wie Weser 5 schlagen Alarm. Auch die Kommunen haben das Problem erkannt. In Dortmund, Berlin oder Köln sind die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter genauso ratlos wie in Frankfurt.</p>
<p>„Manchmal haben wir mittags 230 Besucher, Platz ist aber nur für 70“, sagt Renate Lutz. „Wir müssen dem in irgendeiner Form begegnen. Wir haben aber noch keine Lösung gefunden.“ Auch nicht für Nasko, der gerne als Koch arbeiten will – und doch Tag für Tag wieder in der Essensschlange steht.</p>
<p><em><a title="Armut treibt Menschen nach Deutschland" href="http://evangelischesfrankfurt.de/2013/05/armut-treibt-menschen-nach-deutschland">Hintergrundinfos: Armut treibt Menschen nach Deutschland </a></em></p>
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		<title>Gleich drei Bauprojekte abgeschlossen</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 15:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt-Helmuth Eimuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtkirche]]></category>
		<category><![CDATA[Gethsemanegemeinde; Nazarethgemeinde; Hoffnungsgemeinde; Bau]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoffnungsgemeinde, Nazarethgemeinde und Gethsemanegemeinde feierten Einweihung ihrer neuen oder renovierten Gebäude.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Hoffnungsgemeinde, Nazarethgemeinde und Gethsemanegemeinde feierten Einweihung ihrer neuen oder renovierten Gebäude.</h3>
<p>Gleich drei Frankfurter Kirchengemeinden begingen in neuen oder zumindest neu gestalteten Räumen das Pfingstfest am Sonntag, 19. Mai. Die Hoffnungsgemeinde nahm ihr neues Gemeindezentrum im Gutleutviertel, Hafenstraße, in Besitz, die Nazarethgemeinde konnte den „150. Geburtstag“ ihrer Kirche in einer frisch sanierten Kirche begehen. Und schließlich weihte die Gethesmanegemeinde im Nordend ihre neuen Räume unterhalb der Kirche in der Eckenheimer Landstraße 90 ein.</p>
<div id="attachment_18949" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/130519-Gethsemane-klein-00.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-18949" alt="Die Seligpreisungen sind auf zwei Außenfenstern angebracht. Programmatik und Sichtschutz zugleich. Foto.Kurt-Helmuth Eim" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/130519-Gethsemane-klein-00-200x133.jpg" width="200" height="133" /></a><p class="wp-caption-text">Die Seligpreisungen sind auf zwei Außenfenstern angebracht. Programmatik und Sichtschutz zugleich. Foto.Kurt-Helmuth Eim</p></div>
<p>Die Baumaßnahmen sind Teil einer Strategie der evangelischen Kirche, in Frankfurt ihren Gebäudebestand zu verringern. Wie die stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Beate Schwartz-Simon, in der Gethsemanekirche ausführte, habe man sich vorgenommen, die Versammlungsfläche der Frankfurter Gemeinden von 16.500 Quadratmetern auf 12.000 Quadratmetern zu verringern. Diese werde bis 2017 verwirklicht. Der Verband wende hierfür 15 Millionen Euro auf, um künftig Gelder für die Bauunterhaltung einzusparen. Schwartz-Simon dankte der Gemeinde für ihren Mut und ihre Kraft zur Veränderung. Hier im Nordend sei der Sprung für die Gemeinde besonders groß gewesen. Das Gemeindehaus in der Marschnerstraße wird, so die Planung, gänzlich aufgegeben. In den ebenerdigen Räumlichkeiten unter der Kirche sind ein großer Versammlungsraum mit Küche sowie drei Büroräume für das Gemeindebüro, die Gemeindepädagogin und den Pfarrer entstanden. Zudem wurde das Gebäude energetisch optimiert. Die Außenwände der 1970 erbauten Kirche wurden etwas nach außen geschoben und durch zu öffnende Glaswände wurde nicht nur Transparenz, sondern auch eine Öffnung zum Stadtteil geschaffen.</p>
<div id="attachment_18943" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/130519-Gethsemane-klein-17.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-18943" alt="Beate Schwartz-Simon, stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes lobte den Mut der Gemeinde. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/130519-Gethsemane-klein-17-200x133.jpg" width="200" height="133" /></a><p class="wp-caption-text">Beate Schwartz-Simon, stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes lobte den Mut der Gemeinde. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth</p></div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Suizid ist keine Privatsache</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 23:40:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilfried Steller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsttötung]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>

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		<description><![CDATA[828 Menschen haben sich im Jahr 2012 allein in Hessen das Leben genommen. Darin zeigt sich ein großes Maß an empfundener Ausweglosigkeit, das nach mehr schreit als bloßer Kenntnisnahme.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>828 Menschen haben sich im Jahr 2012 allein in Hessen das Leben genommen. Darin zeigt sich kein Trend, aber doch ein großes Maß an Leid und empfundener Ausweglosigkeit, die nach mehr schreit als bloßer Kenntnisnahme.</strong></p>
<div id="attachment_18815" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/04-epd-329259_3947334.jpg"><img class="size-full wp-image-18815" alt="Trauerfeier für Fußball-Nationaltorwart Robert Enke im November 2009: Ein Suizid, der besonders viele Menschen bewegt hat. Foto: Jens Schulze/epd-Bild" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/04-epd-329259_3947334.jpg" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Trauerfeier für Fußball-Nationaltorwart Robert Enke im November 2009: Ein Suizid, der besonders viele Menschen bewegt hat. Foto: Jens Schulze/epd-Bild</p></div>
<p>Die Hintergründe von Selbsttötungen sind vielfältig, und eigentlich immer bleiben andere zurück, die dadurch schwer belastet sind: Angehörige, Freunde, Nachbarinnen. Selbst wenn der Suizid die Folge einer unheilbaren Krankheit ist, bleibt ihnen – ganz abgesehen von der Trauer – die letztlich nicht beantwortbare Frage, ob sie genug getröstet, ernstgenommen und sich eingesetzt haben.</p>
<p>Erst recht wenn die Umstände der Selbsttötung demonstrativ anklagen, sind die Hinterbliebenen schuldig gestempelt ohne Möglichkeit der Relativierung oder Vergebung. Und wenn die Motive im Dunkeln bleiben und die Angehörigen gar nicht wissen, was sie anders und besser hätten machen können, verursacht das irritierende Selbstzweifel.</p>
<h3>Niemand kann so abgebrüht sein, dass ein Suizid ihn kalt lässt</h3>
<p>Aber auch die Feuerwehrleute, Polizistinnen, Sanitäter und Ärztinnen bis hin zu den Bestattern sind in Mitleidenschaft gezogen. So abgebrüht können sie gar nicht sein, dass ein Suizid sie kalt lässt. Selbst wenn alle Umstände einer Selbsttötung klar sind, ist sie nie wirklich abgeschlossen. Es bleiben unverstandene und unverarbeitete Reste, mit denen sich schwer leben lässt, und die daher nicht selten in der Erinnerung verkapselt und totgeschwiegen werden.</p>
<p>Natürlich ist das alles für eine absolut verzweifelte Person kein Grund, sich die Absicht der Selbsttötung noch einmal zu überlegen. Aber es macht deutlich, dass es objektiv betrachtet alles andere als „Privatsache” ist, wenn man sich umbringt. Deshalb sehen viele Kulturen in einer Selbsttötung etwas Verkehrtes, oder, religiös gesprochen, eine Sünde: Sie beschädigt unvermeidlich nicht nur das eigene Leben, sondern auch das anderer.</p>
<h3>Nach jüdisch-christlicher Auffassung ist jedes Töten verboten</h3>
<p>Nach jüdisch-christlicher Auffassung kommt das Leben von Gott, es gehört Gott und nur Gott darf es wieder nehmen. Damit ist nicht nur negativ gemeint, dass jedes Töten verboten ist, also auch die Todesstrafe oder die Selbsttötung. Vor allem ist es positiv gemeint: als Gebot, dass alle sich einsetzen sollen, das Leben aller zu schützen und zu bewahren. Wenn Töten keine Option ist, müssen alle Optionen des Lebens so weit als irgend möglich ausgelotet werden. Das heißt zum Beispiel, Schmerzpatienten ein Recht auf Palliativbehandlung zu geben, psychisch Leidenden eine teure Therapie zu ermöglichen, die vermeintliche Unzumutbarkeit des Weiterlebens frühzeitig zu besprechen – immer mit dem Ziel, den Weg in die Alternativlosigkeit zu verhindern.</p>
<p>Wo das Tötungsverbot aufgeweicht wird, lauert die Gefahr, dass sich die Gesellschaft mehr oder weniger stillschweigend „problematischer“ Menschen entledigt, im Zweifelsfall durch passives Vorenthalten von Hilfe oder durch Alleinelassen.</p>
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		<title>Soundtrack des Lebens: Lieblingslieder sterbender Menschen</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 16:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie von Selchow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Diakonie]]></category>
		<category><![CDATA[Hospiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Jahre lang sprach Stefan Weiller mit Menschen im Hospiz und fragte sie nach ihren Geschichten und ihrer Lieblingsmusik.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Drei Jahre lang sprach Stefan Weiller mit Menschen im Hospiz und fragte sie nach ihren Geschichten und ihrer Lieblingsmusik.</h3>
<div id="attachment_18929" class="wp-caption alignnone" style="width: 1010px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/HospizGeschichten_05.jpg"><img class="size-full wp-image-18929" alt="&quot;Und die Welt steht still&quot; - unter diesem Motto brachte ein Konzertabend in der Heiliggeistkirche Geschichten und Lieblingslieder sterbender Menschen nahe. Foto: Ilona Surrey" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/HospizGeschichten_05.jpg" width="1000" height="667" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Und die Welt steht still&#8221; &#8211; unter diesem Motto brachte ein Konzertabend in der Heiliggeistkirche Geschichten und Lieblingslieder sterbender Menschen nahe. Foto: Ilona Surrey</p></div>
<p><span style="font-size: 13px;">„Der Einzug ins Hospiz war schwer“, erzählt ein Mann, „aber zuhause ging es einfach nicht mehr. Im Mai sollte man ja eigentlich draußen sein. Das hat mich an ein Lied in meiner Jugend erinnert: Komm, lieber Mai&#8230;“. Seine Geschichte war eine von denen, die Stefan Weiller für das Kunstprojekt „&#8230;und die Welt steht still – letzte Lieder und Geschichten aus dem Hospiz“ gesammelt hat. Drei Jahre lang führte er Interviews mit Menschen im Evangelischen Hospiz Frankfurt und im Hospiz Advena in Wiesbaden. Im Zentrum stand immer die Frage: „Welche Musik ist Ihnen kostbar und welche Erinnerung verbinden Sie damit?“</span></p>
<p>Die Schauspielerin und Sprecherin Hansi Jochmann, bekannt als deutsche Stimme von Jodie Foster, las diese Texte bei einem Konzertabend in der Heiliggeistkirche. Nach jedem Text wurde von einer Sopran- oder Tenorstimme das Lied aufgeführt, das dem Sterbenden in der Rückschau auf sein Leben besonders kostbar war. Kleine Videoinstallationen ergänzten die jeweilige Geschichte.</p>
<h3>Das Meer hinter der Düne, die Zigarette in der Nacht</h3>
<p>Die Erinnerungen waren so vielfältig wie die Lieblingsmusiken. Eine Frau erinnerte sich an ihre Mutter, die als Jüdin im Nationalsozialismus verfolgt worden war und die sie im Deutschland der 1950er Jahre noch wiedertreffen konnte. „A jiddische Mame“ war ihr Wunschlied.</p>
<p>„Kennt auch Dich und hat dich lieb“ war für eine andere die Liedzeile, die sie auswählte, weil sie schlimme Erfahrungen wie Scheidung und Tod des Ehepartners überdauerte und an das Vertrauen der Kindheit erinnerte. Andere Texte erzählten von sinnlichen Eindrücken wie dem Meer hinter der Düne, dem Knistern der Zigarette in der Nacht, dem Herzklopfen im Ohr vor dem ersten „Ich liebe Dich“ oder auch dem unwiederbringlichen Geschmack eines Schinkenbrötchens.</p>
<p>Lieder wie „Ich lade gern mir Gäste ein“ oder „Ich bin die Christel von der Post“ feierten das Leben. Trotz Krankheit, Leid und Todesnähe gab es auch komische Erinnerungen: „Am Sonntag spielte mein Vater immer etwas, das er für Mozart hielt“, erzählte eine Frau, „Der Gesang meiner Mutter grenzte an Körperverletzung. Es waren wundervolle Zeiten.“</p>
<h3>Anne und Nikolaus Schneider über den Tod ihrer Tochter</h3>
<p>„Ich hab Dich sicher in meiner Seele, ich trag Dich bei mir, bis der Vorhang fällt“ – diese Zeile aus einem Lied von Herbert Grönemeyer hat sich Anne Schneider besonders eingeprägt: Es war das Lieblingslied ihrer jüngsten Tochter Maike, die mit nur 22 Jahren an Leukämie gestorben ist. Im Gespräch mit Meinhard Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk erzählten sie und ihr Mann Nikolaus Schneider, der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, von den zwei Jahren nach der Leukämie-Diagnose und den letzten Tagen am Bett ihrer Tochter. Eine bittere Erfahrung, die sie in ihrem Buch „Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist“ geschildert haben.</p>
<p>Anne Schneider sagte, sie habe sich in dieser Zeit eine „Auszeit“ von ihrer Gottesbeziehung genommen. Sie glaube, dass Gott sich wirklich für Menschen interessiere und allmächtig sei, sein Plan mit ihrer Tochter sei ihr aber unverständlich. Im Nachhinein empfinde sie die große Nähe zu ihrer Tochter bei der Krankheitsbegleitung aber auch als Gottesgeschenk. Nikolaus Schneider sagte, ihm sei sehr bewusst geworden, dass die Reihenfolge falsch sei, wenn Kinder vor ihren Eltern stürben. Das wolle er sich auch nicht schönreden. Er und seine Frau hätten aber die Hoffnung, „dass wir nach unserem Tod nicht Nichts werden, sondern in die Gegenwart Gottes eintreten“ – wie auch immer diese aussehen möge.</p>
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		<title>Von Flöhen, Bärchen und Gibbons</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 22:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie von Selchow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtkirche]]></category>
		<category><![CDATA[Dankesgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Goldstein]]></category>

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		<description><![CDATA[In der kinderreichen Goldsteiner Dankeskirchengemeinde mit ihren 2352 Mitgliedern steht die Kinder- und Jugendarbeit an erster Stelle.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>In der kinderreichen Goldsteiner Dankeskirchengemeinde mit ihren 2352 Mitgliedern steht die Kinder- und Jugendarbeit an erster Stelle.</h3>
<div id="attachment_18774" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/08-sur-Walther-Dankesgemeinde_1156.jpg"><img class="size-full wp-image-18774" alt="Kurz vor der 1.-Mai-Rallye in der Dankeskirchengemeinde: Pfarrer Thomas Walter bespricht letzte Details mit den „Dankeskatzen“, einer der zahlreichen Jugendgruppen der Gemeinde, die auch dabei sind. Foto: Ilona Surrey" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/08-sur-Walther-Dankesgemeinde_1156.jpg" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Pfarrer Thomas Walter bespricht mit den „Dankeskatzen“, einer der zahlreichen Jugendgruppen der Gemeinde, letzte Details zur Fahrradrallye durch den Stadtwald. Foto: Ilona Surrey</p></div>
<p>Jedes Jahr am 1. Mai startet schon seit vielen Jahren eine große Fahrradrallye durch den Stadtwald. Alle dreißig Kinder- und Jugendgruppen der Dankeskirchengemeinde nehmen daran teil, und sie endet mit einem Grillfest auf dem Kirchhof in Goldstein. „Dankesflöhe“, „Dankesbärchen“, „Dankesgibbons“ und so weiter haben dabei ihren Spaß.</p>
<p>In der kinderreichen Goldsteiner Gemeinde mit ihren 2352 Mitgliedern steht die Kinder- und Jugendarbeit an erster Stelle. Für die Kleinen machen die Mütter das Programm, nach der Konfirmation organisieren sich die Jugendlichen selbst. Die älteste „Dankesgruppe“ rekrutiert sich aus den Jahrgängen 1967 bis 69 und trifft sich noch heute.</p>
<p>Im Goldsteiner Kinder- und Familienzentrum des Diakonischen Werks für Frankfurt gibt es vier Kindergruppen. Für die Mütter werden Deutschkurse angeboten, was wichtig ist für viele Migrantinnen aus den fünfzehnstöckigen Heisenrather Wohnblocks. Sie gehören ebenso zur Gemeinde wie die so genannten „Wolgadeutschen“, die seit den 1980er Jahren im Süden des Stadtteils zwischen Niederrad und Schwanheim leben.</p>
<h3>Vier Generationen unter einem Dach</h3>
<p>In den Häusern der Siedlung direkt um die Kirche herum leben oft bis zu vier Generationen unter einem Dach. Viele, die hier wohnen, arbeiten bei Fraport oder bei Infraserv im Industriepark Höchst. Für Kinder ab 0 Jahren wird jetzt ein neuer, sechszügiger Kindergarten gebaut, der ebenso wie ein neues Gemeindezentrum im Oktober fertig sein soll. Dafür wurden die alten Gemeindegebäude abgerissen. „Das war schmerzhaft“, sagt Pfarrer Thomas Walter. „Die Gemeinde hat die Gebäude ja damals selbst gebaut.“ Andererseits sei der Neubau aber auch gut fürs Selbstbewusstsein, weil er den Standort Goldstein für die nächsten Jahrzehnte festige.</p>
<p>„Mich freut besonders, dass der Kindergarten und das Gemeindezentrum dann direkt an den Kirchhof angrenzen – so wird es noch leichter, sich nach dem Sonntagsgottesdienst zum Kaffee im Gemeindezentrum zu treffen“ sagt Walter. Zur Inneneinrichtung des neuen Gemeindezentrums trägt auch ein sehr aktiver Förderverein der Gemeinde bei. Bereits renoviert ist die Kirche aus den fünfziger Jahren.</p>
<p>Wenn die intensive Bau- und Umzugsphase vorbei ist, will Thomas Walter sich wieder mehr auf das geistliche Angebot konzentrieren: den Kindergottesdienst, die Kinderbibeltage und den meditativen Abend der Stille für die Erwachsenen, der alle zwei Monate stattfindet. Bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden hat es sich bewährt, vom Alltag auszugehen: Ein Besuch beim Bäcker etwa sei ein guter Ausgangspunkt, um für „Brot für die Welt“ zu backen und auf die biblische Geschichte der wunderbaren Brotvermehrung zu sprechen zu kommen.</p>
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		<title>Sabas Töchter zwischen den Welten</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 23:20:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Stickler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Königin von Saba]]></category>
		<category><![CDATA[Migrantinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Migrantinnen bringen ihre Erfahrungen in der Nordweststadt als Theaterstück auf die Bühne.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Während in der Bibel die Königin von Saba den Weisen Salomo mit klugen Fragen in die Bredouille bringt, beschreiten „Sabas Töchter“ den umgekehrten Weg. In ihrem Theaterstück „Zwischen den Welten“ erschüttern sie mit Antworten auf Fragen, die niemand stellt.</h3>
<div id="attachment_18803" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/06-sur-Theaterprojekt.jpg"><img class="size-full wp-image-18803" alt="Laden ein zu einer Reise in Erfahrungswelten, die Menschen ohne Migrationserfahrungen nicht kennen: „Sabas Töchter“ bei der Probe für ihr Theaterprojekt in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Foto: Ilona Surrey" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/06-sur-Theaterprojekt.jpg" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Laden ein zu einer Reise in Erfahrungswelten, die Menschen ohne Migrationserfahrungen nicht kennen: „Sabas Töchter“ bei der Probe für ihr Theaterprojekt in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Foto: Ilona Surrey</p></div>
<p><span style="font-size: 13px;">Die Geschichten, die hier erzählt werden, gehen unter die Haut: Zum Beispiel wie es sich anfühlt, wenn man Familie und Freunde hinter sich lassen muss, wenn man die Regeln in der Fremde nicht kennt, oder wenn sich die eigene Muttersprache als nutzloses Instrument erweist. Solche Erfahrungen führen die Laiendarstellerinnen, die aus Eritrea, der Türkei, Polen, Iran, Kroatien, Amerika und Frankreich stammen, auf der Bühne in collagenartigen Szenen vor Augen.</span></p>
<p>Die Idee zu dem Projekt drängte sich Christa Hengsbach bei einem interkulturellen Biografie-Workshop geradezu auf. Beeindruckt von den Schilderungen der Teilnehmerinnen wollte die Pädagogin, die auch in Musiktheater und Szenischem Spiel ausgebildet ist, diese Erlebnisschätze nicht einfach der Schublade überlassen. Zusammen mit der Künstlerin Karin Schneider dokumentierte sie die Erinnerungen in Worten, Gesang, Schauspiel und Tanz. Die Dietrich Bonhoeffer-Gemeinde stellt ihre Räume für die Proben und die Aufführung zur Verfügung, der Evangelische Regionalverband unterstützt das Projekt finanziell.</p>
<h3>Allein in einer fremden Umgebung</h3>
<p>Von Bild- und Videoprojektionen sowie Live-Musik begleitet nehmen „Sabas Töchter“ in neun Szenen ihr Publikum mit auf eine Reise in unbekannte Gefilde. Ihre Rückschau macht mit vielen jener Widrigkeiten vertraut, die das Leben in einer fremden und oftmals feindseligen Umgebung prägen. Ob man sie bei der Ankunft in Deutschland mit einem Schild verloren im Getriebe des Frankfurter Hauptbahnhofs stehen sieht, ob man in stakkatoartigen Dialogen das Verwaltungslabyrinth der Meldebehörde illustriert bekommt oder Kindheitserinnerungen an unbeschwerte Zeiten folgt – die Episoden lassen nachempfinden, welch gravierende Umbrüche Migrantinnen und Migranten zu bewältigen haben.</p>
<p>Die im Iran geborene Sahin Fald ist nicht nur froh, in „Zwischen den Welten“ erstmals Gefühle auszudrücken, die sie zuvor nie in Worte hätte fassen können. Es gebe viele Gemeinsamkeiten, die sie trotz unterschiedlicher Hintergründe mit den anderen Frauen teilt. Hengsbach schwärmt von den „wunderbaren Stimmen, den gewandten Bewegungen und der sinnlich-emotionalen Art“ der acht Darstellerinnen. Dass zum Abschluss Stevie Wonders Lied „Free“ aus der Kehle einer Profisängerin erschallt, ist reiner Zufall: Die ursprüngliche Besetzung war abgesprungen, Hengsbach brauchte Ersatz – und fand ihn in der Frankfurter Musikerin Flois Knolle-Hicks.</p>
<p>Das vom Kulturnetz Frankfurt, vom Quartiersmanagement Nordweststadt und dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten unterstützte Theaterstück wird am Samstag, 25. Mai, um 19.30 Uhr in der Dietrich Bonhoeffer-Kirche, Nordweststadt, Thomas-Mann-Straße 10, aufgeführt. Weitere Vorstellungen sind im Herbst während der Interkulturellen Wochen geplant.</p>
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		<title>„Bei Gott gibt es keine zweite Reihe”</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 17:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt-Helmuth Eimuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gott & Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kita; Inklusion]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen mit Behinderung und die Kirche: Fachtagung zum Thema Inklusion in der Bildungsarbeit.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Menschen mit Behinderung und die Kirche: Fachtagung zum Thema Inklusion in der Bildungsarbeit.</h3>
<p>Wie schwierig sich die Kirche mit Inklusion tut, zeigte die Interpretation einer biblischen Wundergeschichte bei der zweiten gesamtkirchlichen Bildungskonferenz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau im Bockenheimer Zentrum Verkündigung am heutigen Montag, 13. Mai. Die Heilung des blinden Bartimäus wurde als Beispiel einer biblischen Inklusionsgeschichte angeführt. Dem Widersprach das Auditorium. Denn in dieser Überlieferung geht es um Heilung. Inklusion will aber die Menschen so annehmen wie sie sind, gleich ob behindert oder nicht-behindert. Allen Menschen soll der Zugang zu den öffentlichen Einrichtungen ermöglicht werden. So fordern es die Vereinten Nationen.Die für Bildung zuständige Dezernentin Christine Noschka hatte denn auch zu Beginn der Konferenz festgestellt: „Es gibt nicht mal eine Verständigung darüber, was wir unter Inklusion verstehen.”</p>
<div id="attachment_18910" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/Pausch-klein00.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-18910" alt="Organisierte die zweite gesamtkirchliche Bildungskonferenz: Eberhard Pausch Foto: Kurt-Helmuth Eimuth" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/Pausch-klein00-200x150.jpg" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Organisierte die zweite gesamtkirchliche Bildungskonferenz: Eberhard Pausch<br />Foto: Kurt-Helmuth Eimuth</p></div>
<p>Mehr als hundert Fachleute aus der kirchlichen Bildungsarbeit thematisierten in Anwesenheit von Kirchenpräsident Volker Jung ihr Inklusionsverständnis. Dabei wies Pfarrer Achim Dietermann, Darmstadt, verantwortlich für die religionspädagogische Fortbildung in den Kindertagesstätten, darauf hin, dass Inklusion nicht nur mit dem Blick auf behinderte Kinder zu sehen ist. Inklusion bedeute Offenheit für alle Kinder, gleich welcher Religion. „Bei Gott gibt es keine zweite Reihe, nur erste Plätze”. Dietermann plädierte für eine „inklusive Religionspädagogik”, für einen Rahmen wie Religion wertschätzend zu vermitteln sei, ohne gleich missionierend zu sein. Dafür benötige man eine „neue Haltung mit einem Blick auf die eigene Befangenheit.” Für die Erwachsenenbildung forderte Martin Erhardt, Darmstadt, einen neuen Blick auf die Alten. Das Alter sei keine „Restlebenszeit”, es biete vielmehr einen neuen Gestaltungszeitraum.</p>
<p>Ein Thesenpapier zum „Inklusionsverständnis des christlichen Glaubens und den Folgerungen für den Bereich Bildung” soll in den kommenden Wochen weiter bearbeitet werden, um es dann der Kirchenleitung zur Beschlussfassung vorzulegen. Für Noschka steht aber jetzt schon fest: „Inklusion braucht nicht nur Kompetenz, sondern auch finanzielle Mittel.“</p>
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		<title>Distanz von Jugendlichen zur Kirchengemeinde ist normal</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 23:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt-Helmuth Eimuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lebenslagen]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Konfirmation]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Konfirmation tauchen die meisten jungen Leute nur noch selten in der Kirchengemeinde auf. Was läuft da falsch? Nichts!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Nach der Konfirmation tauchen die meisten jungen Leute nur noch selten in der Kirchengemeinde auf. Was läuft da falsch? Nichts!</h3>
<div id="attachment_7603" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2011/11/Blog-oes-Eimuth.jpg"><img class="size-full wp-image-7603" alt="Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von &quot;Evangelisches Frankfurt&quot;. Foto: Rolf Oeser" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2011/11/Blog-oes-Eimuth.jpg" width="200" height="263" /></a><p class="wp-caption-text">Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von &#8220;Evangelisches Frankfurt&#8221;. Foto: Rolf Oeser</p></div>
<p>Drei Pfarrer haben das gleiche Problem: Fledermäuse im Glockenturm! Sagt der erste: „Ich habe es mit Ausräuchern probiert, jetzt stinkt die Kirche und die Fledermäuse sind alle schon wieder zurück.“ Sagt der zweite: „Ich habe es mit Kanonendonner probiert, das Ergebnis war, dass die Fledermäuse wieder da sind, und ich habe einen Hörschaden.“ Sagt der dritte: „Meine Fledermäuse sind weg: Ich habe sie erst getauft und dann konfirmiert!“</p>
<p>Ein alter Witz, ein altes Problem: Nach der Konfirmation tauchen die meisten jungen Leute nur noch selten in der Gemeinde auf. Was läuft da falsch? Die Entwicklungspsychologie sagt: Nichts! Die evangelische Konfirmation, die auf den in Straßburg wirkenden Reformator Martin Bucer zurückgeht und erstmals 1539 in der hessischen „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ formuliert wurde, ist ein Passageritus. Als solcher markiert die Konfirmation zwar heute in Westeuropa nicht mehr den Übergang vom Kind zum Erwachsenen wie noch im 18. Jahrhundert, als sich die Konfirmation in Deutschland flächendeckend durchsetzte. Aber es ist doch ein Lebenseinschnitt. Den Heranwachsenden wird nun mehr Entscheidungsspielraum zugebilligt und zugemutet.</p>
<p>Gerne nehmen die Jugendlichen das an. Sie wollen jetzt ihre eigenen Erfahrungen machen, Unbekanntes ausprobieren – und lehnen sich folgerichtig gegen das Alte auf. Allerdings gibt es durchaus Verbesserungsbedarf. Die Evangelische Kirche in Deutschland stellte kürzlich selbstkritisch fest: „Viele Jugendliche gewinnen nicht den Eindruck, dass die Kirche Antworten auf die Fragen hat, die für ihr eigenes Leben wirklich relevant sind.“</p>
<div id="attachment_18840" class="wp-caption alignnone" style="width: 610px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/01-oes-Konfiparty.jpg"><img class="size-full wp-image-18840" alt="Party in der Jugendkulturkirche Sankt Peter – vielleicht ein Ort, wo Jugendliche auch nach der Konfirmation den Kontakt zur Kirche behalten können. Denn in den Gemeinden sind sie dann meist kaum noch anzutreffen. Foto: Rolf Oeser" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/01-oes-Konfiparty.jpg" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Party in der Jugendkulturkirche Sankt Peter – vielleicht ein Ort, wo Jugendliche auch nach der Konfirmation den Kontakt zur Kirche behalten können. Denn in den Gemeinden sind sie dann meist kaum noch anzutreffen. Foto: Rolf Oeser</p></div>
<p>Trotz organisatorischer Schwierigkeiten durch die Ausweitung des Schulunterrichts auf den Nachmittag sind der Konfirmandenunterricht und die Konfirmation immer noch zentrale Bestandteile evangelischen Lebens. Mit dem nötigen Grundwissen und der Erfahrung des Konfirmandenunterrichts ausgestattet kann auch eine spirituelle Suchbewegung beginnen.</p>
<p>Doch diese Suche wird meist außerhalb der Heimatgemeinde stattfinden – und das ist auch nicht schlimm. Ob es nun die Mitwirkung in einem Gospelchor ist oder die Lan-Party in der Jugendkulturkirche oder auch eine zeitweilige Distanz zu kirchlichen Angeboten generell, ist egal. Erfolgreicher Konfirmationsunterricht zeigt sich nicht in der Größe gemeindlicher Jugendgruppen, sondern darin, ob die Basis für die spätere Lebensbewältigung an Stabilität gewonnen hat. Und dafür lohnt sich jede Mühe.</p>
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		<title>Pfingsten: Mal schauen, was geht</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 23:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilfried Steller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gott & Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Luther & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Pfingsten]]></category>

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		<description><![CDATA[Pfingsten ist das große Fest der weltweiten Christenheit. Gefeiert wird die Dynamik des Christentums und seine Ausbreitung in praktisch jeden Winkel der Erde.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Pfingsten ist das große Fest der weltweiten Christenheit. Gefeiert wird die Dynamik des Christentums, seine Ausbreitung über alle nationalen, kulturellen und einfach alle Grenzen hinweg in praktisch jeden Winkel der Erde.</h3>
<div id="attachment_18891" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/visipix.jpg"><img class="size-full wp-image-18891" alt="Das Pfingstereignis, gemalt von El Greco im 16. Jahrhundert." src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/visipix.jpg" width="200" height="437" /></a><p class="wp-caption-text">Das Pfingstereignis, gemalt von El Greco im 16. Jahrhundert.</p></div>
<p>Zurückgeführt wird diese Energie auf den Heiligen Geist, die Wirkkraft Gottes. Leider ist von diesen alle Widerstände überwindenden Impulsen hierzulande in den Gottesdiensten nicht immer viel zu spüren. Ein Grund für die fehlende „Be-Geisterung“ für das Pfingstfest und sein Schattendasein im Vergleich zu Weihachten und Ostern dürfte in den jeweils verengten Kirchenperspektiven liegen: Man nimmt zunächst nur die eigene Kirche als „richtig” wahr und sieht sehr deutlich die Andersartigkeit der anderen und damit das Trennende.</p>
<p>Verbunden ist dies mit der Angst, die eigenen Strukturen seien gefährdet. Christentum erscheint so vorwiegend als Zersplitterung eines nicht mehr wahrnehmbaren Ganzen, während es doch eigentlich als Mosaik und Gesamtkunstwerk gesehen werden will.</p>
<p>Alle christlichen Gruppierungen haben Wichtiges erkannt und pflegen es: Die Orthodoxen etwa legen größten Wert darauf, dass der Geist der sieben ökumenischen Konzile zwischen 325 und 787 im Blick bleibt, die Katholiken haben den Geist in ihre Hierarchie integriert, um die stets gefährdete Einheit über die Zeit flexibel zu wahren, und die Protestanten binden den Geist in die lebendige Zwiesprache mit der Heiligen Schrift. Zumindest die großen Konfessionen blicken dabei auf eine lange Geschichte und Erfahrung zurück.</p>
<p>Doch zwischen der Orientierung an Dogmen, Traditionen und etabliertem Schriftverständnis kann sich der Heilige Geist leicht verheddern – kein Wunder, dass sich die etablierten Kirchen mitunter schwer tun bei neuen gesellschaftlichen Herausforderungen.</p>
<p>Da haben es die unzähligen Pfingstgemeinden in der ganzen Welt wesentlich leichter. Sie binden den Geist nicht ausschließlich an Dogmen, Ämter oder die Heilige Schrift, sondern lassen ihn frei wirken. Menschen, die ihn – wie einen ihnen zugeflogenen Vogel – haben, werden Kristallisationspunkte für neue Gemeinden. Und die reagieren ganz unbefangen von langer Geschichte auf ihre jeweilige Situation vor Ort.</p>
<p>Zugegeben, die Theologie der Pfingstgemeinden ist mitunter abenteuerlich, gemessen an der theologischen Seriosität der Etablierten. Aber der Heilige Geist will nun einmal nicht festgehalten werden, sondern frei fliegen und frischen Wind hinein bringen. Pfingsten ist das Fest der Horizonterweiterung: Mal schauen, was geht.</p>
<h3>Zum Weiterlesen:</h3>
<p><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/2012/05/ist-pfingsten-der-geburtstag-der-kirche">Ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche?<br />
</a><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/2012/05/brausen-und-sprachenwunder">Pfingsten: Brausen und Sprachenwunder</a></p>
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		<title>Feminismus und Religion: „Patriarchal verseuchte Verhältnisse“</title>
		<link>http://evangelischesfrankfurt.de/2013/05/feminismus-und-religion-patriarchal-verseuchte-verhaltnisse</link>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 03:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Doris Stickler, epd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gott & Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Antje Schrupp]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisches Frauenbegegnungszentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Khola Hübsch]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Schröter]]></category>

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		<description><![CDATA[„Religion und Feminismus - passt das zusammen?“ - um diese Frage ging es bei einer Podiumsdiskussion im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum. 
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-size: 13px;">„Religion und Feminismus &#8211; passt das zusammen?“ &#8211; um diese Frage ging es bei einer Podiumsdiskussion im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum. </span></h3>
<div id="attachment_18856" class="wp-caption alignnone" style="width: 810px"><a href="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/Blog-Eva-Feminismus-und-rReligion.jpg"><img class="size-full wp-image-18856" alt="Khola Hübsch, Susanne Schröter, Antje Schrupp (von links nach rechts) diskutierten zusammen mit anderen im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum über das Verhältnis von Feminismus und Religion. Foto: Nike Klüber" src="http://evangelischesfrankfurt.de/wp-content/uploads/2013/05/Blog-Eva-Feminismus-und-rReligion.jpg" width="800" height="534" /></a><p class="wp-caption-text">Khola Hübsch, Susanne Schröter, Antje Schrupp (von links nach rechts) diskutierten zusammen mit anderen im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum über das Verhältnis von Feminismus und Religion. Foto: Nike Klüber</p></div>
<p><span style="font-size: 13px;">Der Feminismus gehört nach Ansicht der Ethnologin Susanne Schröter zu jenen „liberalen Positionen, die durch den Vormarsch der Fundamentalisten zurückgedrängt werden“, ebenso wie die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit oder Freiheit. Bei einer Podiumsdiskussion im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt am Main wies Schröter auf die Lage in arabischen und afrikanischen Ländern hin, „wo die Frauenrechte wieder massiv unter Druck geraten“.</span></p>
<p>Diesen rückwärts gewandten Einstellungen hingen allerdings auch viele Frauen an, kritisierte die Professorin an der Frankfurter Goethe-Universität bei der Diskussion mit dem Thema „Religion und Feminismus &#8211; passt das zusammen?“. Für sie verlaufe die Grenze daher nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen liberalen und repressiven Kräften. Die feministische Forderung nach dem Recht, die gleichen formalen Positionen wie Männer einnehmen zu können, gelte im religiösen wie im säkularen Kontext gleichermaßen.</p>
<h3>Loyal nur gegenüber Gott und der weiblichen Freiheit</h3>
<p><span style="font-size: 13px;">Das findet auch die evangelische Theologin und Redakteurin von „Evangelisches Frankfurt“, Antje Schrupp. Unter „patriarchal verseuchten“ Verhältnissen lasse sich gar nichts mit Feminismus vereinbaren. In Bezug auf Religion müsse man sich denn auch von der männlichen Autorität und den entsprechend geprägten Gottesbildern befreien. Im Protestantismus sei das zwar bereits ein Stück weit gelungen, doch das empfinde sie auch als Last. </span><span style="font-size: 13px;">Schrupps Ansicht nach ist es „nicht Aufgabe der Feministinnen, die Religion zu retten oder glauben zu machen, sie sei nicht so schlimm“. Feministisch und religiös zugleich zu sein ist für die Journalistin nur möglich, wenn die „Loyalität gegenüber der Glaubensgemeinschaft als Institution aufgekündigt wird und allein Gott und der weiblichen Freiheit gilt“.</span></p>
<p>Neuerungen im Islam erhofft sich Khola Maryam Hübsch von Lajna Imaillah, der muslimischen Frauenorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat, durch „Reformen von innen heraus“. In den liberalen Ahmadiyya-Gemeinden zum Beispiel stünden Frauen nicht zurück. Dass die Gleichstellung in etlichen islamischen Ländern missachtet wird, führt sie auf die unselige Verflechtung von Religion und Politik zurück. Die Tochter des 2011 verstorbenen Frankfurter Schriftstellers Hadayatullah Hübsch kennt den Islam als „eine vom Geist her gerechte Religion“. Da im Koran Frauen und Männer als gleichwertig beschrieben seien, rät Hübsch, theologisch gegen die Unterdrückung der Frauen zu argumentieren und die vorhandenen „Spielräume der Interpretation zu nutzen“.</p>
<h3>Die männliche Dominanz wird ins Bröckeln geraten</h3>
<p>Hohen Stellenwert besitzt für die als freie Journalistin tätige Psychologin die Vernunft. Geschlechtergerechtigkeit habe im Islam von Anfang an eine große Rolle gespielt. So hätten Frauen immer wieder Forderungen gestellt und teilweise sogar mit dem Schwert gekämpft. Hübsch erachtet den Wandel im Islam daher als eine Frage der Zeit. Sie geht davon aus, dass die männliche Dominanz über kurz oder lang ins Bröckeln geraten wird.</p>
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