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Kippatragen – ein Zeichen der Solidarität

Evangelische Kirche Frankfurt unterstützt Aufruf zum Engagement gegen Antisemitismus

Durch das Tragen einer Kippa am 14. Mai ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern  |
Durch das Tragen einer Kippa am 14. Mai ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern | Quelle: http://www.colourbox.de

Die Evangelische Kirche in Frankfurt schließt sich dem Aufruf von Bürgermeister Becker an, am 14. Mai durch öffentliches Tragen einer Kippa, der Kopfbedeckung orthodoxer Juden, ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu zeigen. Gerade weil am 14. Mai der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel begangen wird, sagt Stadtdekan Achim Knecht: „Wir fühlen uns den jüdischen Menschen in Frankfurt verbunden und wollen uns damit auch an die Seite der in Frankfurt lebenden Jüdinnen und Juden stellen. Wir bekennen uns ausdrücklich zum Existenzrecht Israels und beklagen gleichzeitig die Opfer, die der Israel-Palästina-Konflikt auf beiden Seiten kostet.“ Er verweist dabei auf die Erklärung „Solidarität und Dialog - Gegen Judenfeindlichkeit und Rassismus in Frankfurt“, die die Evangelische Stadtsynode im Dezember 2016 verabschiedet hat (Wortlaut).  

Es sei wichtig, für freie Religionsausübung einzustehen, in Frankfurt und auch anderswo, so der Stadtdekan. „Es darf nicht sein, dass Menschen wegen ihres Glaubens unter Druck geraten oder angegriffen werden.“ Erst Anfang April habe man mit einer Reihe von Veranstaltungen an die Ermordung von Martin Luther Kings vor 50 Jahren und an sein gewaltloses Einstehen für alle Menschen erinnert, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens.

Zum Anlass genommen für seinen Aufruf hatte Bürgermeister Becker ein im Netz kursierendes Video, das einen jungen Israeli zeigt, der im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg von einem jungen Mann mit einem Gürtel attackiert wird. Der Angegriffene ließ verlauten, er sei kein Jude, und habe mit dem Tragen der Kippa nur beweisen wollen, dass man sich mit der Kopfbedeckung jüdischer Männer unbehelligt in Deutschland bewegen könne. „Dass ein solches Experiment so tragisch ausgeht, erschreckt“, sagt Susanna Faust Kallenberg, Pfarrerin für Interreligiösen Dialog im Evangelischen Stadtdekanat. Der Stadt Frankfurt, die auf eine lange jüdische Tradition zurückblicke, stehe es gut an, dass möglichst viele Menschen die Verbindung zu Jüdinnen und Juden an diesem Tag kenntlich machen, so die Theologin. Erfreut ist sie darüber, dass der Frankfurter Rabbiner Avichai Apel sich dafür ausgesprochen hat, dass auch Frauen an diesem Tag ausnahmsweise als Zeichen der Solidarität eine Kippa tragen können.


Autorin

Bettina Behler 31 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt

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