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Ulrike Scherf: Sonntagsschutz kann nicht an "Runde Tische" ausgelagert werden

Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, sieht die Verantwortung für die Einhaltung des Sonntagsschutzes bei den zuständigen Ämtern. Alles andere schädige das gesellschaftliche Klima. 

Ulrike Scherf, stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. |Foto: Bongard/EKHN.de
Ulrike Scherf, stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. |Foto: Bongard/EKHN.de

Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, ist dagegen, Entscheidungen über die Zulässigkeit von sonntäglichen Ladenöffnungen an so genannte „Runde Tische“ auszulagern. 

Es sei zwar gut, wenn gesellschaftliche Gruppen wie die Kirchen bei wichtigen Entscheidungen angehört werden. Treffen müssten diese Entscheidungen dann aber diejenigen, die qua Amt dafür zuständig sind, so Scherf in einer Stellungnahme zum Internationalen Tag des freien Sonntags am 3. März.

„Wir als Kirche haben nichts zu verbieten oder zu erlauben. Und das gleiche gilt für Gewerkschaften oder Unternehmerverbände“, erklärte die Theologin. „Dafür sind andere zuständig. Wo auch immer  hier Unklarheiten entstehen, leidet am Ende nicht nur der Sonntagsschutz, sondern das gesellschaftliche Klima im Ganzen.“

Nach christlichem Verständnis unterstreiche der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe und der Besinnung die Würde des Menschem, die unabhängig von Leistung und Erfolg gelte.  

„Sonntagsschutz ist Freiheitsschutz“, sagte Scherf. Er habe eine herausgehobene Bedeutung für das Gemeinwohl. Deshalb sei es gut, wenn die besondere Wertschätzung des Sonntags durch jüngste Gerichtsentscheidungen bestätigt worden sei. 



Autorin

Antje Schrupp 93 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com