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Broschüre über die Anfänge des Martin-Luther-King-Parks vor 50 Jahren

In der Nordweststadt wird in diesem Jahr das fünfzigjährige Bestehen des Martin-Luther-King-Parks gefeiert. An die Anfänge erinnert eine neue Broschüre. 

Der Martin-Luther-King-Park wird dieses Jahr 50. Unser Foto zeigt ihn mit sattem Grün, es wurde im Frühsommer 2016 aufgenommen. Derzeit sehen die Parkwiesen nämlich, wie in allen Grünanlagen der Stadt, wegen der vielen regenarmen Sommerwochen leider sehr
Der Martin-Luther-King-Park wird dieses Jahr 50. Unser Foto zeigt ihn mit sattem Grün, es wurde im Frühsommer 2016 aufgenommen. Derzeit sehen die Parkwiesen nämlich, wie in allen Grünanlagen der Stadt, wegen der vielen regenarmen Sommerwochen leider sehr

Das Areal des heutigen Parks war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Industriebrache und wurde im Zuge des neuen Wohnungsbaus damals gerne als Schuttabladeplatz genutzt. Zugleich war von den Architekten der Trabantenstadt Nordwest – Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann – von Anfang an geplant, in der dicht bebauten Siedlung einen grünen Freiraum anzulegen. Hochhäuser und Einfamilienhäuser entstanden, die Kinder der neu eingezogenen Familien nutzten die Brache, liebevoll „Hasental“ genannt, als Abenteuerspielplatz. Doch der Stadt fehlte lange das Geld für Räumung und Umsetzung ihrer Pläne für die „grüne Lunge“.

Schließlich half 1967 die US-Army und schickte Pioniere aus Hanau mit schwerem Gerät zum Aufräumen und Gestalten nach Frankfurt; ein Ereignis, das die Bewohnerinnen und Bewohner der Nordweststadt mit Spannung begleiteten und tatkräftig unterstützten, indem sie den Soldaten Kuchen und Kaffee vorbeibrachten und schließlich mit den Gärtnern zusammen anpackten. Abe auch ihren Willen taten sie kund: Entgegen den Plänen der Stadt, die einen hübschen Park mit Blumenrabatten anlegen wollte, bevorzugten sie ein vielseitiges Gelände für Erholung und Freizeitvergnügen.

Dem wurde tatsächlich entsprochen: Es entstanden ein Hügel zum Rodeln, ein Teich zum Schlittschuhlaufen, Liegewiesen und ein weitläufiges Gelände, das bepflanzt werden konnte. 1968 erhielt das Areal auf Wunsch der in Hessen stationierten „GIs“ zum Gedenken an den im selben Jahr ermordeten Bürgerrechtskämpfer und Friedensnobelpreisträger den Namen Martin-Luther-King-Park. Ein Gedenkstein am südlichen Ende des Teiches erinnert heute an den Pastor.

Heute leben in der Nordweststadt Menschen aus 160 Herkunftsländern. Es ist ein sehr heterogener Stadtteil. Zwar sorgen zahlreiche Fußgängerbrücken für Verbindung, aber es gibt wenige Orte für Begegnung. Der Martin Luther King Park sorgt daher nicht nur klimatisch für gute Luft, sondern auch in sozialer Hinsicht. Für die Anwohnerinnen und Anwohner im Stadtteil sei er identitätsstiftend, sagt Quartiersmanagerin Janina Korb.

Das Erbe des Namenspaten Martin Luther King wurde in der Vergangenheit mit verschiedenen Veranstaltungen, etwa anlässlich des 40. Todestages im Jahr 2008, lebendig gehalten. Die langjährigen Bemühungen der im Stadtteilarbeitskreis engagierten Ehrenamtlichen haben dazu beigetragen, der Anonymität im Quartier entgegenzuwirken und ein Fundament für Nachbarschaft zu schaffen.

Der Stadtteilarbeitskreis Nordweststadt hat die Erinnerungen an damals festgehalten und in einer Broschüre versammelt. Die Broschüre „50 Jahre Martin-Luther-King-Park“ kann für 2 Euro bezogen werden über das Quartiersmanagerin Nordweststadt: nordweststadt@frankfurt-sozialestadt.de.


Autorin

Silke Kirch 18 Artikel

Dr. Silke Kirch studierte Germanistik, Kunstpädagogik und Psychologie in Frankfurt am Main und ist freie Autorin und Redakteurin.

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