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Fachtag: Politische Bildungsarbeit trifft junge Menschen

Wie muss politische Bildungsarbeit für junge Menschen heute gestaltet sein? Was ist zeitgemäß? Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein Fachtag am Dienstag, 10. April. Ein Interview mit den Organisatorinnen Lena Reichstetter und Ulrike Gros vom Evangelischen Frauenbegegnungszentrum.

Foto: EVA
Foto: EVA

Wie kam es zur Idee des Fachtags „Politische Bildungsarbeit trifft junge Wähler*innen“?

Lena Reichstetter: Bereits im September 2017 organisierte das Frauenbegegnungszentrum „EVA“ anlässlich der Bundestagswahlen ein Bildungsprojekt zum Thema „Deine Stimme zählt“, in Kooperation mit DaMigra e.V. und Women’s March und gefördert durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt. Bei dieser eintägigen Veranstaltung konnten Erstwähler*innen die Direktkandidat*innen ihres Wahlkreises im Speed-Dating kennenlernen. In Workshops und einem Quiz wurden außerdem spielerisch politische Inhalte transportiert und sichtbar gemacht. Dabei kam auch die Frage auf: Was braucht politische Bildungsarbeit heute? Was macht sie aktuell? Welche Aspekte müssen mitgedacht und beachtet werden? So entstand als Art Folgeprojekt die Idee zu einem Fachtag für Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit.

Ulrike Gros: Wir wollen in diesem Fachtag unterschiedliche Expert*innen zu Wort kommen lassen, um so einen möglichst breit aufgestellten Blick auf das Thema zu werfen: Es geht natürlich um feministische Inhalte wie politische Teilhabe von Migrant*innen und niedrigschwellige Angebote beispielsweise der digitalen Bildungsarbeit.

Sie schreiben „Wähler*innen“, mit Sternchen – was soll das?

Lena Reichstetter: Wir schreiben es nicht nur so, wir sprechen auch „mit Sternchen“: Man sagt zuerst „Wähler“, dann kurzes Päuschen, dann „innen“. Manche sagen auch bewusst „Wähler – Sternchen – innen“. Es ist uns wichtig, auf gendergerechte Sprache zu achten. Das Gender-Sternchen ist unserer Meinung nach die offenste und schönste Form. Es lässt Raum für mehr als nur binäre Geschlechter und greift somit die Einführung eines dritten Geschlechts auf. Es ist ein Sternchen, wovon es doch eigentlich nie genug geben kann, und es bietet die Möglichkeit, mit Sprache zu spielen. Hinzu kommt, dass es uns in diesem Fall besonders wichtig ist, deutlich zu machen, dass zum Fachtag explizit alle Geschlechter eingeladen sind.

Für wen ist der Fachtag gedacht?

Lena Reichstetter: Für alle Menschen, die in der Bildungsarbeit tätig sind. Es sind auch Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen angesprochen, deren Hauptzielgruppen vielleicht nicht direkt junge Wähler*innen sind, aber junge Menschen, die in den kommenden Jahren Erstwähler*innen sein werden. Der Fachtag dürfte auch für alle in der allgemeinen Bildungsarbeit interessant sein, da sich die vorgestellten Methoden auch auf andere Bereiche anwenden lassen.

Ulrike Gros: Uns geht es vor allem auch darum, dass die Teilnehmer*innen erste einfache Methoden und Ansätze möglichst mit in ihren Arbeitskontext übernehmen können. In einem Workshop werden zum Beispiel Chancen und Grenzen digitaler Möglichkeiten thematisiert oder nutzerzentrierte Methoden direkt im Selbstversuch angewandt. Auch eine Vernetzung verschiedener Organisationen oder Vereine soll stattfinden.

Der Fachtag ist eine Kooperation von: Evangelisches Frauenbegegnungszentrum EVA, Evangelische Akademie Frankfurt, DaMigra, Women’s March Frankfurt, Bildungsstätte Anne Frank, Achtsegel, Initiative für innovative Demokratie, Creative Learning Space. Er wird gefördert durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt

Teilnahmegebühr: 20 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Zum Programm und zur Anmeldung gelangen Sie hier.

 

 


Autorin

Stephanie Höhle 117 Artikel

ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Fachbereich I: Beratung, Bildung, Jugend