Kunst & Kultur

Grau ist das neue Pink. Hoffen wir mal.

„Grey is the new Pink“ heißt eine Ausstellung, die ab Herbst 2018 im Museum für Weltkulturen zu sehen sein soll: Altwerden ist jetzt offenbar sexy, flippig, positiv besetzt.

Foto: YakobchukOlena/fotolia.com
Foto: YakobchukOlena/fotolia.com

Für die Inhalte der geplanten Ausstellung hat das Museum einen „Call for Content“ verschickt: Schulen, Fotoclubs und Hochschulen sollen Beiträge zum Thema einsenden. 

„Beim Älterwerden sind wir ja alle Expertinnen und Experten“, sagt Kuratorin Alice Pawlik. Mitte Januar liegen schon 30 Beiträge vor, darunter Porträts, aber auch Objekte wie ein geparkter Rollator oder das Handyvideo einer altersgerechten Wohnung. Und das ist erst der Anfang. Das Museum für Weltkulturen wird außerdem Bilder und Objekte aus anderen Ländern beisteuern. So soll sich ein multiperspektivisches Bild ergeben. 

Aber ohne jetzt moralinsauer werden zu wollen: Alter und Altern sind bestimmt nicht immer pink, nicht immer sexy, nicht immer einfach. Hoffentlich regt die Ausstellung auch dazu an, diese Lebensphase möglichst mit Würde zu gestalten. Sicher kann man dabei auch etwas von anderen Völkern lernen. 

Und es stimmt, dass sich das Bild des Altwerdens wandelt. „Wir glauben zum Beispiel, dass es in Zukunft leichter sein wird, ins Seniorenheim zu ziehen“, sagt Pawlik. „Wichtige Erinnerungen sind doch jetzt schon oft im Laptop gespeichert. Den kann man sich dann einfach unter den Arm klemmen.“ 

Na ja, wir werden sehen. Ab Oktober.



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Autorin

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".